Einen Ringerkrimi erlebten die zahlreichen Fans des ASV Urloffen am letzten Samstag in der Ringerhalle der Hornets. Durch die lautstarke Unterstützung der Fans, die mit Trommeln und Chorgesang die Ringer immer wieder zu Höchstleistungen anfeuerten, gelang es den Heimkampf gegen die Sachsen vom Erzgebirge knapp mit 14:13 Punkten zu gewinnen. Ausschlaggebend dabei sicherlich auch die verletzungsbedingte Aufgabe von Marco Stoll, der zum Zeitpunkt seiner Verletzung mit 8:4 im  Kampf gegen den Hornet Sakit Guliyev führte.

61 kg griech.-röm.: Huseyn Garibov gegen Mark Wagner (4:0)
Durch die Stilartumstellung kam erstmals Huseyn Garibov für die Hornets zu Einsatz. Der junge Aserbaischaner ging hoch motiviert in den Kampf. Sein Gegner Mark Wagner musste bereits nach 2 Minuten den Überlegenheitssieg des Urloffeners anerkennen.

130 kg Freistil: Daniel Fischer gegen Emil Thiele (0:1)
Einen Kampf auf Augenhöhe lieferten sich Daniel Fischer und Emil Thiele. Thiele, der in dieser Saison erstmals wieder für die Sachsen auf der Matte stand, sah am Anfang etwas aktiver aus, was zu zwei Aktivitätsverwarnungen gegen Fischer führte. Im weiteren Verlauf wurde vom Kampfrichter auch eine Aktivitätsverwarnung gegen Thiele ausgesprochen. Technische Wertungen waren in diesem Kampf Mangelware, so dass der Kampf knapp an Aue ging (4:1)

66 kg Freistil: Ihnat Dishli gegen Teetje Richter (2:0)
Mit einem Sieg rechneten die Erzgebirgler in dieser Gewichtsklasse, da Teetje Richter seit Jahren schon zur nationalen Spitze des Ringkampfsports zählt. Um so mehr waren sie dann von der agilen und offensiven Ringweise des erst 17jährigen Urloffeners überrascht. Immer stärker kam Ihnat Dishli in den Kampf. In der letzten Minute konnte er seinen Gegner noch durch einen sehenswerten Wurf überraschen und am Ende noch eine weitere Wertung zum 10:4 Endstand erzielen. Urloffen erhöhte auf 6:1.

98 kg griech.-röm.: Arif Niftullayev gegen Connor Sammet (2:0)
Der Neuzugang des ASV Urloffen, geholt für die schwerste Gewichtsklasse, brachte für diesen ersten Rückrundenkampf das geforderte Gewicht von 98 kg. Dies sollte sich im Duell gegen Connor Sammet besonders bezahlt machen. Gegen den dreifachen Deutschen Meister der Junioren und 7. Der U20 Weltmeisterschaften von 2022 zeigte Arif Niftuallayev eine tadellose Leistung. Mit 3:0 siegte der Aserbaidschaner im Trikot der Hornets und sicherte seiner Mannschaft wichtige 2 Mannschaftspunkte (8:1)

71 kg griech.-röm.: Sakit Guliyev gegen Marco Stoll (4:0)
Mit einem sicheren Sieg rechneten die Hornets in dieser Gewichtsklasse. Sakit Guliyev muss allerdings in der Rückrunde in der um 5kg höheren Gewichtsklasse antreten. Die Problematik der Umstellung zeigte sich prompt im Kampfverlauf. Nach 40 Sekunden Kampfzeit konnte der Marco Stoll für Aue einen blitzsauberen Wurf ansetzen und vier Wertungspunkte erzielen. Stoll zeigte im weiteren Verlauf, warum er mehrfacher Deutscher Meister (2023 bei den Männern) und Teilnehmer bei WM und EU für den Deutschen Ringerbund ist. Die Halle wurde immer stiller, als Stoll nach knapp zwei Minuten auf 7:0 davon zog. Kurz vor der Kampfpause konnte sich der Urloffener durch eine blitzschnell gezogenen Wurf wieder ins Kampfgeschehen zurückmelden. Nach der Pause gingen beide Ringer verbissen in den Zweikampf, bei der sich Stoll in der vierten Minute durch eine unglückliche Aktion so stark verletzte, dass er den Kampf abbrechen musste. Damit gingen vier weitere Punkte auf das Mannschaftskonto des ASV Urloffen (12:1).

Durch diesen Aufgabesieg konnten die Hornets mit einer deutlichen 12:1 Führung in die Pause gehen. Ein Umstand, der letztlich an diesem Abend zum Sieg gegen die Mannschaft vom FC Erzgebirge Aue reichen sollte.

86 kg Freistil: Emil Ulamec gegen Yasin Salamaov (0:1)
Nach der Pause bliesen die Sachsen vom Erzgebirge zur Aufholjagt. Es war allen Beteiligten in der Halle klar, dass trotz des komfortablen Vorsprungs der Hornets der Sieg noch keinesfalls sicher war.
Im ersten Kampf nach der Pause trafen mit Emil Ulamec, der für Urloffen aus Württemberg gekommen war und Yasin Salamaov aus Aue, zwei Ringer aufeindander, welche sich sehr gut kannten. Die Siegchancen lagen für beide Ringer bei 50 %. An diesem Abend sollte es bis zur 5 Minute dauern, bevor die erste technische Wertung durch den Urloffener erzielt wurde. Leider konnte Salmoaov diese durch eine höhere Wertung wieder ausgleichen. Letztlich konnte der junge Hornet durch eine weitere Wertung nochmals zum 4:4 ausgleichen. Auf Grund der höheren Einzelwertung ging der Sieg aber an den Ringer aus dem Erzgebirge. (12:2)

75 kg Freistil: Stefan Käppeler gegen Vasile Diacon (0:4)
Auf verlorenem Posten stand Stefan Käppeler gegen den Moldavier Vaile Diacon. In der fünften Minute hatte der Ringer aus Aue die notwendigen Punkte zu technischen Überlegenheitssieg gesammelt. (12:6

80 kg griech.-röm.: Marius König gegen Luca Daiozzi (0:4)
In den Dienst der Mannschaft stellte sich Marius König, der den verhinderten Anri Putkaradze ersetzte. Putkaradze konnte in der letzten Woche den 3. Platz bei den U23-Weltmeisterschaften erkämpfen und wurde dafür von seinem Heimatverband geehrt. König, eigentlich im Freistil zu Hause und ein Mitglied des Urloffener Perspektivteams war gegen Daiozzi überfordert. Bereits nach 1 Minute stand der Überlegenheitssieg des Ringers aus Aue fest. Somit stand es vor den letzten beiden Begegnungen des Abends nur noch 12:10 für die Hornets.

75 kg griech.-röm.: Nika Korshia gegen Witas Behrendt (2:0)
Nika hatte die Aufgabe, einen Sieg gegen den Deutschen Männer-Vizemeister von 2024 (72 kg) zu erkämpfen. Und Korshia lieferte. Nach einer angeordneten Bodenlage in der zweiten Minute konnte der Georgier im Trikot der Hornets Behrendt zwei Mal drehen. Am Ende ging der Kampf mit 5:1 an Urloffen. Vor dem letzten Kampf stand es 14:10 für Urloffen.

80 kg Freistil: Joshua Knosp gegen Mohammad Mottaghinia (0:3)
Den eigenen Kampf verloren, für die Mannschaft gewonnen – das ist Mannschaftsringen. Joshua Knosp war klar, dass er gegen den gebürtigen Iraner Mohammad Mottaghinia der seit 2022 für Spanien auf die Matte geht nur drei Punkte abgeben durfte. Mottaghinia zählt zu den absoluten Top-Ringern in dieser Gewichtsklasse, der neben dem Sieg bei den Asien-Spielen auch den Deutschen